Wir haben - gemeinsam mit unserem Energieberater und Architekten - seit Längerem Überlegungen angestellt welches Heizsystem unser Färbi in Zukunft einmal wärmen soll. Diese Entscheidung ist ja unter den aktuellen Umständen selbst bei einem modernen Haus nicht ganz so einfach. Denn wer weiß was unserer Regierung in den nächsten Jahren so einfällt 😏. In unserem Denkmal kommt natürlich noch dazu, dass bestimmte Heizsysteme z.B. aus Platzgründen ohnehin nicht infrage kommen. Da wir einen sehr gut erhaltenen, fast 10 Meter tiefen Brunnen im Haus haben (siehe Bild), wollten wir diesen gerne nutzen und eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe (W/W-Wärmepumpe) als Heizsystem nutzen.

Bei einer W/W-Wärmepumpe wird die thermische Energie des Grundwassers zum Heizen genutzt. Man benötigt hierzu zwei Brunnen: einen sog. Saugbrunnen, aus dem das Grundwasser entnommen wird, und einen sog. Schluckbrunnen, über den das abgekühlte Wasser wieder ins Grundwasser zurückgeführt wird. Als Saugbrunnen soll unser bestehender Brunnen genutzt werden. Der Schluckbrunnen müsste - außerhalb des Hauses - neu gebohrt werden. Der Vorteil einer W/W-Wärmepumpe liegt darin, dass sie sehr effizient ist und deutlich weniger Strom verbraucht als z.B. eine Luft-Wasser-Wärmepumpe. Was auch sehr charmant ist, ist die Tatsache, dass man mit einer W/W-Wärmepumpe die Möglichkeit hat seine Räume passiv zu kühlen. Insgesamt also eine feine und nachhaltige Sache 😊! Wichtige Voraussetzung ist dabei natürlich, dass die verfügbare Grundwassermenge ausreicht! Um das zu prüfen haben wir von einem Brunnenbauer einen sog. Pumpversuch durchführen lassen. Dabei wird mit einer definierten Förderrate, die stufenweise erhöht wird, Grundwasser aus dem Brunnen entnommen und gemessen in welchem Umfang sich der Wasserspiegel verändert. Der Ausgangswert des Wasserstandes stimmte ganz optimistisch: trotz des sehr heißen und trockenen Sommers lag dieser bei ca. 4,5 Metern. Das Endergebnis war dann leider doch eher ernüchternd: der Wasserspiegel senkte sich zu schnell ab bzw. es dauerte zu lange bis er sich "erholte", d.h. bis Grundwasser nachlief, so dass wieder der Ausgangs-Wasserstand erreicht war. Das heißt es bestünde die Gefahr, dass die Wärmepumpe in "Hochzeiten" nicht ausreichend Wasser bekommt. Es wurde diskutiert, dass man den Brunnen ggf. nachbohren und/oder reinigen könnte, um die Leistung zu verbessern. Da uns aber niemand garantieren kann, dass diese Maßnahmen erfolgreich sind und ohnehin in den nächsten Jahren eher eine Abnahme der Grundwasserspiegel zu befürchten ist, haben wir entschieden in das Thema Wasser-Wasser-Wärmepumpe bzw. den Brunnen sprichwörtlich nicht noch mehr Geld zu versenken. Wir werden daher die Planung auf eine Luft-Wasser-Wärmepumpe umstellen, auch wenn diese - v.a. aufgrund des höheren Stromverbrauchs - nicht unsere erste Wahl war. Der Brunnen soll nach Möglichkeit trotzdem genutzt werden (z.B. zum Gießen des Gartens) und vor allem sichtbar bleiben. Der Plan ist ihn mit einer Glasplatte abzudecken und zu beleuchten.