- Details
Der Verputz der Gefache wurde gerade noch vor dem Wintereinbruch fertig - jetzt fehlt nur noch der Anstrich 😊. Dafür muss es aber mehrere Tage über 8° C haben, was gerade ja eher schwierig ist. Deshalb haben wir uns einen Zwischen-Zeitvertreib gesucht und zwar die Balken unserer Balken-Bohlen-Decken zu reinigen. Die Bohlen dazu waren zum Großteil schon von Farbe und Putz befreit (Blogeintrag von damals), aber vor den Balken haben wir uns noch gedrückt. Es gibt schließlich Schöneres als über Kopf mit Satiniermaschine und Akkuschrauber zu arbeiten 😏, aber es hilft ja nix. Und das Endergebnis entschädigt auf jeden Fall für den Aufwand!
Jetzt sind fast alle Decken fertig - nur unser zukünftiges Schlafzimmer fehlt noch. Wobei dort nur der halbe Raum eine Balken-Bohlen-Decke hat, das ist also nicht mehr allzu viel Aufwand. Im Schlafzimmer lagern gerade unsere Baumaterialien und wir scheuen uns davor alles auszuräumen (was angesichts der Staub- und Dreckbelastung beim Abschleifen der Decke eine sehr gute Sache wäre). Und weil wir gerade so im Schleif-Modus waren haben, wir uns auch gleich noch an die Treppe im EG gewagt. Zum Glück war nur ein relativ kleiner Bereich der Treppe mit einer Acrylfarbe gestrichen, da war mit Schleifen nämlich nicht viel auzurichten...Mit zusätzlicher Hilfe eines Heißluft-Föhns haben wir die alte Acryl-Farbe dann aber doch ganz gut abbekommen.
Bei der Reinigung der Decken haben wir sogar noch ein paar Fundstücke entdeckt 😀 - das sind jetzt vermutlich dann (leider) wirklich die letzen, so viele Versteckmöglichkeiten gibt es schließlich nicht mehr. In den größeren Ritzen der Balken waren zerknüllte beschriftete Papierstücke gesteckt, die mit gestrichen bzw. verputzt wurden. Bis auf ein paar Bruchstücke können wir die Schrift leider nicht entziffern. Auf einem Teil der Papiere sind viele Farbflecken und Muster, die wie gestempelt oder gerollt wirken und Listen mit Namen und Zahlen, die zum Großteil durchgestrichen sind. Da Färbi mal eine Färberei war, mutmaßen wir, dass es ggf. Auszüge aus einem Auftragsbuch sein könnten (mit den notierten Namen, Beträgen und dem Färbe-Auftrag)?! Aber das wird wohl Färbis Geheimnis bleiben 😉.
Und hier die Vorher-Nachher- und Fundstück-Bilder:
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]()
|
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
- Details
Gerade noch rechtzeitig waren wir mit den Vorbereitungen für den Verputz fertig (zumindest fast...) bevor - von einer Woche auf die andere - die Nordseite und alle Gefache ihren neuen Verputz bekommen haben. Erstaunlich wie schnell das geht, wenn Profis am Werk sind und das Wetter mitspielt 😉! Jetzt fehlt nur noch der Feinfutz und dann sind die Gefache tatsächlich schon fertig für den Anstrich. Das übernehmen wir wieder selbst und sind deshalb gerade auf der Suche nach einer passenden Kalkfarbe. Die Auswahl fällt ähnlich schwer wie damals bei der Leinölfarbe für die Fachwerkbalken...Wenn man sich erst mal ins Rabbit Hole der Kalkfarbenindustrie begibt ist man schnell etwas überfordert 😦, v.a. wenn man (noch) keine Ahnung von Kalkfarben hat. Schließlich wollen wir eine qualitativ hochwertige, ökologische, nicht über die Maßen teure, leicht zu verarbeitende und gut deckende Farbe, die gleichzeitig aber auch nicht zu "grell" sein sollte. So wenig Anstriche und Vor- / Nacharbeiten wie möglich wären auch gut. Also kurz gesagt suchen wir die eierlegende Wollmilch-Kalkfarbe😜. Dadurch, dass wir in der Regel nur am Wochenede werkeln können, fallen Produkte, bei denen der Untergrund in einem festen Zeitabstand vor und/oder nach dem Streichen gewässert oder anderweitig bearbeitet werden muss, praktisch auch raus.... Naja, zumindest die Wahl des Farbtons ist bereits für uns getroffen worden (was ein Glück - sonst könnten wir uns vermutlich nie entscheiden😄). Nach Befund werden die Gefach einfach ein schlichtes Weiß ohne Beistrich o.ä. bekommen.
Innen wurde auch schon ein bisschen verputzt - das Gewölbe im Erdgeschoss hat an der Innenseite ebenfalls einen Dämmputz bekommen, da dieser Bereich ja praktisch unterirdisch liegt und dementsprechend von außen nicht gedämmt werden konnte. Der restlich Teil des Gewölbes bekommt noch einen Kalkputz. So eine verputzte Wand sieht doch gleich viel wohnlicher aus - bisschen Farbe dran, dann wirds vielleicht doch noch was mit dem Einzug vor Weihnachten 😂.
Und so siehts jetzt aktuell aus 😊:
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
- Details
Demnächst soll es - hoffentlich - mit den Verputzarbeiten losgehen und zwar innen und außen. Dafür stehen aktuell noch ein paar Vorbereitungen an, die uns aktuell beschäftigen 😊.
Unser schönes Fachwerk wird an fast allen Seiten sichtbar bleiben - dort wird Kalkputz zum Verputzen der Gefache zum Einsatz kommen. Dementsprechend muss die Dämmung an der Innenwand stattfinden. Dazu werden wir Holzfaser verwenden, die dann mit Lehmputz verputzt wird.
Eine Fachwerkseite wird später nicht mehr zu sehen sein: die Nordseite ist nämlich sehr nah am Nachbargrundstück und muss aus Brandschutzgründen komplett verputzt werden. Dadurch können wird dort zusätzlich auch außen dämmen, dementsprechend kommt dort ein etwas stärkerer Dämmputz zum Einsatz.
Die Vorbereitungen außen bestanden darin, alle Fachwerkbalken zu reinigen und abzuschleifen, damit wir den ersten von drei Leinölfarb-Anstrichen aufbringen können. Die zwei weiteren Anstriche folgen dann nach dem Verputzen. Warum schon den ersten Anstrich vorher? Das war ein Tipp von unserem Architekten. Wenn mal ein kleines Stück eines Gefaches abplatzt sieht man so nicht gleich das "braun" des ungestrichenen Balkens. Leinölfarbe und Kalkputz mögen sich übrigens nicht besonders, da Kalk sehr alkalisch ist und die Leinölfarbe quasi "zersetzt". Leinölfarben müssen deshalb auf einem pH-neutralen Untergrund gestrichen werden. Der finale Anstrich der Fachwerkbalken folgt erst sobald der Kalkputz genug Zeit hatte durchzutrocknen und nicht mehr alkalisch reagiert. Ich habe gelesen, dass das 2-3 Monate dauern kann - es bleibt also spannend wann wir dann endlich unser Gerüst loswerden können😏.
Obwohl das Abschleifen jetzt erledigt ist, können wir übrigens leider trotzdem noch nicht streichen. Denn vorher müssen noch größere Risse, in die ansonsten Wasser eindringen könnte, mit Holzspänen verschlossen werden. Das werden unsere Zimmerer übernehmen, die noch ein paar weitere "Restarbeiten" erledigen müssen.
Mit den Verputz-Vorbereitungen innen haben wir auch angefangen. Im Gewölbe der zukünftigen Küche musste der alte Putz weg. Außerdem alle anderen losen Stellen (und da gab es so einige😄). Die großen Löcher haben wir mit Trasskalkmörtel wieder verschlossen, den Rest regelt der Verputz 😉. An den Fachwerkwänden innen haben wir aktuell noch nichts vorbereitet - wir warten noch auf das Angebot des Lehmbauers und wollten dann besprechen, welche Vorarbeiten wir dort übernehmen können.
Wie immer hier ein paar Bildchen:
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
- Details
Bevor es im EG weitergehen kann musste die Bodenplatte abgedichtet werden. Dazu werden Bitumenbahnen (Schweißbahnen) ausgelegt und verschweißt. Dabei braucht es nun mal es eine offene Flamme und ich hatte von Anfang an etwas Bauchschmerzen bei der Vorstellung von Feuer und Fachwerk...
Wir haben eine Überwachungskamera an unserem Haus und hatten nur über den Bewegungsalarm mitbekommen, dass die Handwerker an einem Freitag da waren und mit den Schweißarbeiten angefangen hatten. Ich sag noch im Spaß zu meinem Mann "Hast du mal geguckt, ob Färbi noch steht"...und ungefähr 2 Stunden später hatte ich die Polizei am Telefon und der Blick auf die Live-Bilder der Überwachungskamera zeigte etwas, was man eigentlich nicht sehen möchte: den Hof voller Feuerwehrmännern 🙈!
Zum Glück gab es sehr schnell Entwarnung! Es war tatsächlich - Stunden nachdem die Handwerker weg waren - zu einem Feuer gekommen. Ein Eichenbalken im Eingangsbereich hatte gebrannt und musste von der Feuerwehr gelöscht und herausgeschnitten werden, weil er immer wieder anfing zu brennen. Unser Nachbar war glücklicherweise zum Gießen im Garten, hörte etwas "knistern" und hat zügig die Feuerwehr gerufen. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn das Feuer schon weiter nach oben an die Holzdecke gewandert wäre...
Da hatte unser Färbi einen riesengroßen Schutzengel und ich hab das beste Geburtstagsgeschenk bekommen: unser Haus - etwas nass und angekokelt und um ein Stückchen Eiche ärmer, aber ansonsten intakt😊.
Den Handwerkern machen wir an der Stelle übrigens keinen Vorwurf - sie haben vor dem Feierabend sogar noch etwas abgewartet, um sicherzustellen, dass alles in Ordnung ist. Scheinbar war aber wohl doch ein kleiner Funken auf den Balken übergesprungen, der erst mal mehrere Stunden vor sich hingekokelt hat bevor der Eichenbalken dann anfing zu brennen.
Hier ein paar Bilder der ganzen Aktion und der abgedichteten Bodenplatte:
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
- Details
Hier war es lange ruhig, was daran liegt, dass wir seit Wochen an ein und derselben Arbeit sind: der Dämmung im Dachgeschoss bzw. besser gesagt an den diversen Vor- und Nacharbeiten dazu. Die Dämmung an sich ist ja eigentlich keine große Sache, aber dann kommt eben dazu, dass wir ein Haus mit besonderen Bedürfnissen haben, bei dem eben alles immer etwas komplizierter ist 😉. Wir machen eine Zwischensparrendämmung mit Holzfasermatten. Bei Färbi ist es aber nicht wie bei einem Neubau, dass man gerade Sparren ohne Risse in gleichmäßigem Abstand hat, sondern jeder Sparrenabstand unterschiedlich ist und die Sparren eher "altbaugerade" und mit teilweise 1-2 cm breiten Rissen versehen sind. Alles lösbar, aber eben zeitraubend.... An unseren Sparren wurden bei der Dachstuhlsanierung sog. Beilaschungen angebracht - also quasi Sparren neben den Sparren. Das musste gemacht werden, damit man eine gerade bzw. ebene Fläche hat, um außen die Dachlatten, Außendämmung und Ziegel und nach innen den Deckenaufbau aufbringen zu können. Wir verwenden als Dampfbremse keine durchgehende Folie, wie das sonst meist gemacht wird, sondern OSB-Platten. Die Dampfbremsen-Folie kommt bei uns nur an den Übergängen zur Außenwand und zum Fußbodenunterbau zum Einsatz. Auf die OSB-Platten kommen dann im nächsten Schritt Holzfaserplatten als Putzträger für den Lehmputz.
Arbeitsprogramm ist also Folgendes:
- Übergänge der Wände an den Giebeln und Fußbodenunterbau (OSB) mit Dampfbremsen-Folie versehen, die dann später an die OSB-Verschalung geklebt wird. Dabei wird eine spezielle Klebemasse eingesetzt, die ähnlich wie Silikon angebracht wird - das geht nur sehr viel bescheidener, weil der Kleber sehr zäh ist und überall klebt (nur nicht da wo er soll 😅). Dann wird die Dampfbremsen-Folie zugeschnitten und angeklebt. Das war v.a. um die Sparren herum ein großer Spaß, da man z.B. auch größere Risse in den Balken irgendwie luftdicht bekommen muss und viele Bereich echt schlecht zugänglich sind
- Holzfaserdämmung zuschneiden und zwischen die Sparren einbringen - dauert auch etwas länger als gewöhnlich, wenn jeder Abstand unterschiedlich ist
- OSB-Platten auf den Beilaschungen anbringen - dabei entstehen Hohlräume vor den alten Sparren, die auch mit Dämmung ausgestopft werden müssen. Um die neuen Gauben herum ist die OSB-Verschalung auch eine ziemliche Frickelarbeit, die entsprechend viel Zeit frisst. Außerdem mussten im Bereich der Gauben die Beilaschungen von den Sparren entfernt werden, da diese Bereiche ja sichtbar bleiben und nicht mit OSB verschalt werden. Sparren entfernen klingt trivial - wenn man aber mit dem Akkuschrauber und einer "normalen" Säge dort nicht mehr drankommt (weil wir inzwischen wieder ein Dach und schon ein paar Einbauwände haben), wird auch das schnell ein ziemlich ätzender Job...
- Verschraubte OSB-Platten alle 10 cm an die Beilaschungen nageln (aus statischen Gründen.. oder um uns zu ärgern - bin nicht ganz sicher😉)
- Stöße der OSB-Platten mit speziellem Klebeband möglichst luftdicht abkleben. Ebenso Übergänge zu allen "Durchdringungen" (also z.B. Sparren) - das steht uns noch bevor
- Dampfbremsen-Folie aus Schritt 1. mit Klebeband an den OSB-Platten ankleben. Das aber nicht auf Zug - das wäre zu einfach - sondern mit einer ca. 2-cm langen "Dampfbremsenschlaufe". Die Folie kann sich bei Temperaturveränderungen nämlich etwas ausdehnen. Wenn man sie ohne Schlaufe festklebt, kann zu viel Spannung auf die Dampfbremse kommen und es kommt im schlimmsten Fall zu Undichtigkeiten
Und alle Arbeitsschritte finden natürlich meistens in höchst ergonomischer Lage statt, denn wir haben ja zum Glück keinerlei Balken oder bereits eingezogene Einbauwänden im Dachgeschoss 🙈. Wir arbeiten also neuerdings auch gerne mal im Liegen oder auf einer Leiter, den Kopf im 90 Grad Winkel in irgendeine Ecke gezwängt. Der Staub und Dreck der letzten 300 Jahre, Holzfasern, Sägespäne und Klebereste sind auch eine ganz hervorragende Kombination, die deutlich zum ergonomischen Arbeiten beitragen.
Man kann vielleicht herauslesen, dass der aktuelle Job nicht unbedingt zu den bisherigen Highlights zählt 😂. Die einzelnen Schritte an sich sind auch gar nicht sooo schlimm, es ist eher die Zermürbungstaktik der vielen Einzelschritte, die es so nervig macht. Jetzt sind wir aber langsam auf der Zielgeraden und freuen uns, bald mal wieder etwas anderes machen zu können 🙌!
Hier - wie gewohnt - ein paar Impressionen:
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
|





































