Die Färberei-Hinweise verdichten sich, wir haben noch weitere Beweise gefunden 😊! Allerdings nicht - wie man nach dem letzten Eintrag vermuten würde - im Boden, sondern an ganz anderer Stelle. Unsere Zimmerer haben bei den Arbeiten am Fachwerk und an den Fenstern nämlich einige alte Färbermarken entdeckt. Färbermarken sind kleine Blechmarken, die eckig oder rund sein können und zwei Löcher haben. Damit wurden sie an die zu färbenden Stoffe angenäht. Auf den Marken waren die Initialen des Färbers und eine Nummer eingeprägt, die Auskunft über den Färbeauftrag gegeben hat, manchmal noch weitere Symbole. Bei jedem Auftrag gab es zwei identische Färbermarken: eine am Tuch, die andere wurde dem Kunden mitgegeben und diente quasi als Abholschein.
Auf einigen Marken sind die Initialen "AGB" eingeprägt - diese sind auch außen am Haus zusammen mit dem Baujahr im Sandstein angebracht. "AGB" war also wohl der erste Färber, der Färbi 1786 erbaut hat. Als wir die Marken gesehen haben fiel uns ein, dass wir eine ähnliche Marke bereits vor ein paar Jahren gefunden haben, als wir kurz nach dem Kauf von Färbi die Platten an der Fassade entfernt hatten. Auf der damaligen Marke waren allerdings andere Initialen (JS) eingeprägt. Wir wussten damals noch nicht, dass es sich um eine Färbermarke handelt und über die Initialen konnten wir auch keinen Zusammenhang mit der Inschrift an der Außenwand herstellen. Man lernt eben nie aus 🙃!
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