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In der ehemaligen Küche haben wir noch eine vorgemauerte Außenwand entdeckt, die wir "befreien" durften. Dabei haben wir sogar noch ein zugemauertes Fenster entdeckt, das wir bei der Sanierung wieder freilegen werden.
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Nach dem abgeschlossenen Rückbau innen war die Westfassade dran. Auf den Fachwerkbalken war Dachpappe aufgenagelt. Die komplette Fassade war mit Streckmetall versehen und mit Zementputz verputzt. Kleiner Hinweis an dieser Stelle: ein Fachwerkgebäude sollte nie mit Zementputz verputzt werden! Das Problem bei dieser Art von Putz ist, dass er keine Feuchtigkeit durchlässt, d.h. Feuchtigkeit im Holz kann nicht mehr "weg" und schädigt somit die Balken - so leider auch an unserer Westfassade geschehen. Generell haben alle Arten von wasserdampfundurchlässigen Verputzen nichts auf einer Fachwerkfassade zu suchen! Die Südfassade - die mit den hinterlüfteten Platten versehen war - ist im Vergleich noch deutlich besser in Schuss, weil hier keine Feuchtigkeit im Balken "festgehalten" wurde.
Die "Entputzung" der Fassade ist übrigens auf meiner persönlichen "TOP 10-Liste der bescheidenste Arbeiten" bislang definitiv auf dem ersten Platz 😅. Das macht wirklich keinen Spaß, weil das Streckmetall noch sehr gut in Schuss war und viel Widerstand geleistet hat. Allzu ruppig konnten wir an die Sache schließlich auch nicht rangehen, da wir die Fachwerkfassade natürlich nicht beschädigen wollten. Dass es dazu an einigen Tagen auch noch 35 Grad im Schatten hatte, hat es auch nicht gerade angenehmer gemacht. Insgesamt hat sich die ganze Aktion über fast eine Woche hingezogen.
Die komplette Nordfassade ist übrigens auch noch mit Streckmetall und Zementputz verputzt - der irgendwann auch noch runter muss - wir freuen uns jetzt schon riesig 😆! Das werden wir allerdings erst angehen, sobald das Haus sowieso komplett eingerüstet wird.
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Auch im ehemaligen Ess- und Wohnzimmer erwartete uns das gewohnte Bild - verputzte Schilfrohrmatten, darunter Balken-Bohlen-Decke. Also hieß es auch hier: alles runter bitte. Die Zwischenwand zwischen Wohn- und Esszimmer ist nicht historisch, d.h. diese dürfen wir abreißen und aus den beiden Räumen einen machen. Bei der Freilegung des Deckenbalkens (Unterzug) mussten wir leider feststellen, dass dieser einen ordentlichen Knacks hat - u.a. deshalb haben wir die Zwischenwand erst mal noch belassen (und den Balken mit Stützen gesichert).
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Nach dem Obergeschoss war das Erdgeschoss mit dem Rückbau dran. Als erstes haben wir uns das zukünftige Arbeitszimmer und den Flur vorgenommen. Auch hier hat sich eine Balken-Bohlen-Decke unter Schilfrohrmatten und Verputz versteckt. Die Wände waren mit verschiedensten Materialien (u.a. Kipskartonplatten, Styropor an der Außenwand, Gasbetonsteinen, Heraklit...) verkleidet und tapeziert.
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Der Part der Voruntersuchung für den wir als Besitzer zuständig waren, war der Rückbau. Das heißt, wir durften zunächst einmal alle "modernen" Ein- und Umbauten aus Färbi entfernen. Glücklicherweise war der Status quo des ersten Stockwerks zu großen Teilen noch Stand 1786, so dass sich die Rückbauten v.a. auf das Erdgeschoss und die Fassade beschränkten. Ziel der Aktion ist es, die historische Substanz freizulegen, auch um diese dann beurteilen zu können.
Gestartet haben wir den Rückbau im Obergeschoss, wo zum Glück nur ein Zimmer "modernisiert" war. Dort war die Decke mit Schilfrohrmatten versehen und verputzt. Auf die Fachwerkaußenwände waren Holzstaken genagelt. Dabei wurde leider nicht sehr nett mit den Deckenbalken umgegangen. Es wurden einfach Ausschnitte für die Holzstaken aus den Balken herausgesägt, die wir im Zug der Renovierung wieder "flicken" werden. Auf die Staken waren Bretter genagelt und tapeziert. Im Zuge des Rückbaus haben wir an der Westfassade ein zugemauertes Fenster entdeckt, das wir wieder öffnen werden. Unter der abgehangenen Decke kam eine sehr schöne Balken-Bohlen-Decke zum Vorschein 😊.
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